Graubünden - Geschrieben am Samstag, September 14, 2019 14:26 von Franco - 0 Kommentare

Wanderung Sentiero Panoramico Casaccia – Soglio

14.9.19

Alle Fotos zu dieser Tour unter diesem Link ersichtlich:
Wanderung Sentiero Panoramico Casaccia – Soglio

Mit dem Auto sind wir bis Casaccia im Bergell gefahren.
Der uralte Transitort Casaccia liegt, ähnlich wie Bivio, an der Verzweigung zweier
Passrouten. Von Casaccia führt der Malojapass ins Oberengadin und zum Julier,
der Septimer direkt nordwärts nach Bivio. Das Bergell (Val Bregaglia) verläuft in
südwestlicher Richtung auf schweizerischer Seite vom Malojapass bis Castasegna
und auf italienischem Gebiet bis Chiavenna. Nach der Steilstufe westlich von Maloja
weitet sich die Talsohle bei Casaccia. Hier mündet auf der rechten Seite die einst
bedeutende Septimerroute ein. Längs der Talsohle liegen die malerischen Dörfer
Vicosoprano, Stampa, Promontogno, Bondo und Castasegna. Soglio liegt auf einer
hohen Terrasse der rechten Talseite und zählt zu den schönsten Bündner Dörfern.
Die südliche Grenzkette bilden die schroffen Felstürme der Bondascagruppe, die
man vor allem von Soglio aus überblickt und die der Bündner Maler Segantini in
seinen Gemälden eindrücklich darstellte. Casaccia ist Ausgangspunkt unserer
Bergeller Wanderung. Es gibt kaum etwas Schöneres, als an einem sonnigen Tag
auf der Panoramica das Bergell zu erwandern und dabei den Kontrast zwischen
den schroffen Granitzacken um den Pizzo Badile, den malerischen Orten und den
riesigen Kastanienwäldern zu geniessen. Die reformierte Dorfkirche von Casaccia
wurde 1742 auf den Resten einer älteren Kapelle aufgebaut. Wie in den meisten
Bündner Tälern wurde auch im Bergell eine Höhenroute ausgebaut und markiert.
lhre Bezeichnung lautet «Sentiero Panoramico» oder kurz «La Panoramica». Diese
Höhenwanderung auf der Sonnenseite ist ein Klassiker. Überwältigende Aussicht
hinab ins Tal und hinüber zu den imposanten Granitbergen. Am auffälligsten sind
die Fiamma, das Wahrzeichen des Bergells, die Sciora-Gruppe, der Pizzo Cengalo
und der Pizzo Badile. Aus sicherer Distanz sehen wir auch ins Val Bondasca, wo
der Bergsturz 2017 eine gigantische Schneise hinterlassen hat. Am Ortsende von
Casaccia 1458 m.ü.M. führt ein Teersträschen Richtung Friedhof und Parkplatz.
Hier beginnt La Panoramica, der Panorama-Höhenweg durch das Bergell. Bis
Soglio folgen wir immer der Ausschilderung bzw. den Wegweiser nach Soglio. Der
Wirtschaftsweg führt zunächst durch Blumenwiesen, immer parallel zur Talstras-
se und auf die Albigna-Talsperre hoch am Hang der gegenüberliegenden Talseite
zu. An einer Weggabelung 1442 m.ü.M. bei einem Strommast biegen wir rechts
ab, in den lichten Wald hinein. Der breite Weg führt, flankiert von Erlengebüsch,
an der Maira entlang. Wir passieren nach einiger Zeit die Kraftwerkzentrale Löbbia
mit ihrem Ausgleichsbecken. Die Turbinen werden von dem Gletscherwasser der
Seitentäler angetrieben, das durch mehrere Kilometer lange Druckstollen vom
Lägh da l’Albigna und aus dem Val Forno nach Löbbia gelangt. Nach dem Kraft-
werk wird der Weg schmaler und führt in stetem Auf und Ab 1348 m.ü.M. durch
den Wald. Auf der Lichtung Barga d’Ora 1367 m.ü.M. mit ihren paar Häuschen
passieren wir einen Abzweig ins Val Furcela und gehen auf leicht abwärts füh-
rendem Fahrweg durch den nun etwas dichteren Wald. Am Ortsrand von Roticcio
1267 m.ü.M. geht der Fahrweg in eine Teerstrasse über, auf der wir durch den
Ort gehen. Hinter dem Ort geht die Teerstrasse wieder in einen Wiesenweg über
und passiert einen Abzweig nach Vicosoprano. Nun wird der Weg schmaler
und führt erst leicht ansteigend im Zickzack durch die üppigen Blumenwiesen
aufwärts, dann steiler werdend durch den Wald. Schliesslich wird er im lichten
Mischwald wieder flacher, und es geht in ständigem Auf und Ab am Hang en-
tlang, oft über Baumwurzeln und Steine – dies gilt übrigens für fast den gesam-
ten restlichen Weg bis Soglio. Von einer Bank bietet sich ein hervorragender Aus-
blick auf das unten im Tal gelegene Vicosoprano mit seinem sehenswerten ge-
schlossenen Ortskern. Etwas später sieht man im Tal auch Borgonovo liegen,
auf dessen Friedhof einige Mitglieder der berühmten Künstler-Familie Giacometti
begraben sind, und das dahinter gelegene Stampa, den heutigen Hauptort des
Bergells. Erneut passieren wir einen Abzweig nach Vicosoprano, wenig später
einen ins Val da Cam 1383 m.ü.M.. Nun geht es durch den Laubwald von Guaita
Plana, der grösstenteils von Haselnusssträuchern, Ahorn und Erlen gebildet
wird. Vorbei an Brügnet 1350 m.ü.M. erreichen wir Durbegia. Hier treffen wir
auf einen Fahrweg, dem wir leicht bergauf folgen, um auf der weiten Lichtung
von Durbegia 1410 m.ü.M. den Kiosk Ristoro Munt Durbegia zu erreichen. Hier
legen wir eine Pause ein und geniessen die traumhafte Aussicht. Nach der Pause
verlassen wir die Besenbeiz und wandern weiter Richtung Soglio. Kurz danach
bietet sich ein schöner Blick hinunter nach Stampa, auf den gegenüber dem Ort
gelegenen Palazzo Castelmur mit seinen markanten roten, zinnenbekrönten
Türmen und weiter talabwärts auf die Burg Castelmur bei Promontogno, die
von ihrem Hügel aus den gesamten Verkehr durch das Tal kontrollierte. Der
Weg führt weiter am Hang entlang und passiert mehrere Bachläufe, an denen
das Wasser teilweise in Kaskaden herab stürzt. Mässig steil und steinig geht es
dann durch den Wald 1468 m.ü.M. hinab, in dem nun auch zunehmend Eichen
und Birken zu finden sind. Immer wieder bieten sich Ausblicke auf die gegen-
überliegenden gezackten Granitgipfel, die so typisch für das Bergell sind. Bei der
Abzweigung 1466 m.ü.M. Richtung Fraggia bleiben wir auf dem Hauptweg und
wandern nun leicht abwärts weiter Richtung Soglio. Bei Parlongh 1274 m.ü.M.
passieren wir einen Abzweig nach Stampa. Anschliessend führt der Weg wieder
etwas flacher am Hang entlang, hoch oberhalb der Burg Castelmur und von Pro-
montogno. Gegenüber dominiert der massive Pizzo Badile mit seinem markan-
ten Nordpfeiler und der Steilwand die Zackenkette der Bergeller Berge. Immer
wieder sind einzeln im Wald und auf Lichtungen Stadel und Hütten z.B. Chisturna
1213 m.ü.M. verstreut, die jedoch teilweise verfallen. Kurz vor Soglio mischen
sich auch die ersten Kastanien im Laubwald. Nach einem längeren Stück über
Steinblöcke und -platten führt der Weg auf die Wiesen hinaus und erreicht wenig
später Soglio 1097 m.ü.M. In dem Bilderbuchort auf einer Hangterrasse hoch
über der Maira ist alles Ton in Ton: Die eng aneinander gedrängten, mit Stein-
platten gedeckten Häuser und die dazwischen liegenden Ställe sind aus Bergeller
Gneis, ebenso die beiden überdachten Brunnen im oberen Bereich des Ortes;
das Kopfsteinpflaster der engen, verwinkelten Gassen fügt sich farblich ein, und
kaum ein Auto stört das Bild des verkehrsberuhigten Dorfes. Soglio ist das Juwel
des Bergells. Von diesem Dorf aus geniesst man eine fantastische Sicht übers
Tal – der kleine Friedhof bietet den schönsten Aussichtspunkt. Dem Panorama-
blick setzt der 3308 Meter hohe Pizzo Badile die Krone auf. Schon Giovanni
Segantini nannte das Dorf “Die Schwelle zum Paradies” – bei diesem Anblick
glaubt man es ihm sogar. Wir gehen an den Salis-Palazzi im oberen Bereich des
Ortskerns vorbei. Am Ortsende treffen wir auf den Parkplatz und die Bushalte-
stelle. Mit dem Postauto sind wir danach nach Casaccia zurückgefahren. Nach
dieser sehr schönen Postautofahrt, sind wir ins Auto gestiegen und über den
Malojapass nach Sils-Maria ins Hotel Edelweiss gefahren.
Hotel Edelweiss
Wir beziehen das sehr schöne Doppelzimmer und machen uns für das Nacht-
essen bereit. In der wunderschönen Stüva Marmoré des Hotel Maria Sils
Stüva Marmoré
haben wir danach mit unseren Freunden das Nachtessen genossen.

Panorama-Wanderung fast durch das gesamte Bergell
mit fantastischen Ausblicken; grösstenteils schmale Berg-
und Waldwege; einige steilere, steinige An- und Abstiege.
Der Panorama-Hochweg führt auf der rechten Talseite des
Bergells durch ein romantisches und zum Teil noch fast
unberührtes Gebiet von Casaccia bis Soglio. Der gut
markierte Wanderweg weist wenige Steigungen auf und
zählt zu den schönsten Graubündens.
Nicht sehr anstrengende und deshalb umso schönere
Höhenwanderung mit einer umfassenden Aussicht auf
die malerische Bergwelt des Bergells.

Tourenblatt mit Wanderkarte und Höhenprofil
Link zu den anderen Wanderungen
Für die ganze Strecke benötigten wir ca. 4 1/2 Std. 15 km
ca.390m Aufstieg
ca.750m Abstieg
1481m höchster Punkt
1090m tiefster Punkt

Über einen Eintrag in unserem Gästebuch
Link zum Gästebuch
würden wir uns freuen

Manuela & Franco



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